
Deutschland. Heute. Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger startet wĂ€hrend einer Projektwoche zum Thema âStaatsformenâ einen Versuch, um den SchĂŒlern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Ein pĂ€dagogisches Experiment mit verheerenden Folgen. Was zunĂ€chst harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft beginnt, entwickelt sich binnen weniger Tage zu einer richtigen Bewegung. Der Name: âDie Welleâ. Bereits am dritten Tag beginnen die SchĂŒler, Andersdenkende auszuschlieĂen und zu drangsalieren. Als die Situation bei einem Wasserballturnier schlieĂlich eskaliert, beschlieĂt der Lehrer, das Experiment abzubrechen. Zu spĂ€t. âDie Welleâ ist lĂ€ngst auĂer Kontrolle geraten! Verfilmung des Romans von Morton Rhue.
Handlung
Im Gymnasium des antiautoritĂ€ren Lehrers Rainer Wenger (JĂŒrgen Vogel) steht die Projektwoche an. Es geht um Staatsformen und fĂŒr ihn als Ex-Berliner-Hausbesetzer steht auĂer Frage, dass er sich eine Woche lang mit der âAnarchieâ beschĂ€ftigen wird. Doch ein Kollege war schneller und fĂŒr ihn bleibt nur die âAutokratieâ ĂŒbrig. Trotz des offenkundig eher langweiligen Themas findet sich eine ganze Reihe SchĂŒler beim beliebten und kumpelhaften Lehrer ein, die auf eine laue Woche hoffen.
So wundert es Rainer kaum, als die SchĂŒler nicht gerade hochmotiviert an die Sache rangehen und beim schon ach so oft durchgekauten Thema Faschismus ihren Unmut kundtun. Doch als die Aussage, dass in Deutschland keine Diktatur mehr möglich sei, wĂ€hrend der Diskussion fĂ€llt, ist seine Neugier weckt. Er beschlieĂt seine SchĂŒler einem Experiment zu unterziehen, in dem er sie mit einfachen Methoden der Nazis konfrontiert. Er fordert die Klasse auf, ihn, den sie sonst duzen dĂŒrfen, fĂŒr die Woche nur noch mit âHerrn Wengerâ anzusprechen und fĂŒhrt die Regel eine erste Regel ein: Jeder, der etwas sagen will, muss vorher aufstehen. âMacht durch Disziplinâ gibt er als Kredo aus⊠und siehe da: Alle spielen mit, einzig Kevin (Maximilian Mauff) weigert sich. Wenger stellt den Störenfried rigoros frei, um seine Gruppendynamik nicht zu gefĂ€hrden.
GemeinschaftZu Hause angekommen bericht Rainer seiner Frau Anke (Christiane Paul) erstaunt von den Ereignissen rund um sein Experiment und ĂŒberlegt sich, wie er weiter vorgehen könnte. Am nĂ€chsten Tag im Klassenraum angekommen, herrscht dort nicht das sonst ĂŒbliche Durcheinander, sondern Rainer wird wie aus einem Mund mit den Worten âGuten Morgen Herr Wengerâ begrĂŒĂt. Sein nĂ€chstes Ziel ist es die Gemeinschaft zu stĂ€rken. Er gibt die Losung âMacht durch Gemeinschaftâ vor und Ă€ndert die Sitzordnung scheinbar willkĂŒrlich. Nach ersten Protesten erklĂ€rt er, dass fortan schlechte neben guten SchĂŒlern sitzen werden, da sie sich so besser gegenseitig unterstĂŒtzen können. Die MaĂnahme zeigt Wirkung: Als die neue Gemeinschaft beschlieĂt, ihr GruppengefĂŒhl durch gemeinsame Kleidung zu dokumentieren, unterstĂŒtzt Jens (Tim Oliver Schultz) AuĂenseiter Tim (Frederick Lau), indem er ihm anbietet fĂŒr ihn ein weiĂes Hemd, was als Erkennungsmerkmal auserkoren ist, mitzubringen. Rainer ist begeistert.
Erste OppositionTatsĂ€chlich erscheint am nĂ€chsten morgen die ganze Klasse in weiĂen Hemden. Einzig MeinungsfĂŒhrerin Karo (Jennifer Ulrich) hat sich â aus modischen GrĂŒnden â gegen die Einheitstracht entschieden. Ergebnis ist: Lehrer Wenger und der Rest der Klasse lĂ€sst sie links liegen. Sie ist nur geduldet. Die Gruppe geht derweil einen Schritt weiter und einigt sich auf Marcos (Max Riemelt) Vorschlag fĂŒr einen Namen der Bewegung: Die Welle. Das ist zu viel fĂŒr Karo, die sich zurĂŒckzieht und nicht einmal mehr von ihrer Freundin Lisa (Cristina do Rego) unterstĂŒtzt wird, die in der âWelleâ aufzublĂŒhen scheint.
Nicht nur sie: Der AuĂenseiter Tim entwickelt sich zu einer tragenden SĂ€ule der Gruppe und gestaltet eigens eine âWelleâ-Homepage fĂŒrs Internet, Sitzenbleiber Sinan (Elyas MâBarek) kann endlich seine Talente einbringen und designt ein Logo. Rainer ĂŒberschreibt die Prozesse mit dem Motto âMacht durch Handelnâ. Er ahnt nicht, dass seine Gefolgschaft einer Welle gleich durch die Stadt schwappt und ĂŒberall das Logo verbreitet.
Mittlerweile ist die Welle an der ganzen Schule angekommen. Es geht soweit, dass Karo miterleben muss, wie einige SchĂŒler nicht in die Schule gelassen werden, die sich nicht zu der Bewegung bekennen. Sie spricht ihren Lehrer an und fordert ihn auf, sein Experiment zu beenden.
Ein GruĂDoch Rainer ignoriert sie. Er ist vielmehr ĂŒberrascht und fasziniert zugleich, ĂŒber die Macht, die sein Projekt, dessen AnfĂŒhrer er ist, entwickelt. Auch als ihm die SchĂŒler ein gemeinsames BegrĂŒĂungszeichen demonstrieren, das sie sich ausgedacht haben, bringt ihn das nicht ins GrĂŒbeln. Selbst als sich ihm Tim als sein LeibwĂ€chter anbietet, tut er das ebenso achtlos ab, wie die Sorge seine Frau Anke, die von Tuscheleien im Lehrerzimmer berichtetâŠ
Wie sehr Wengers ExperimentauĂer Kontrolle geraten ist, zeigt sich am letzten Tag der Projektwoche. Teile der Bewegung regen MaĂnahmen gegen Karo an, die mutmaĂlich eine Flugblatt-Aktion gegen die Welle inszeniert hat. Doch zu erst steht noch das Spiel der Wasserballer â deren Coach Rainer ist â gegen die befeindete Ernst-Bach-Schule an, wo endlich dank stimmgewaltiger UnterstĂŒtzung der Welle ein Sieg gelingen soll. Angeheizt durch die Stimmung und dank des Teamgeistes sieht es auch erstmal gut aus, doch ein Tumult bricht auf den RĂ€ngen der Schwimmhalle aus, als Karo und ihre VerbĂŒndete Mona (Amelie Kiefer) abermals FlugblĂ€tter gegen die Welle verteilen. Nicht nur unter den Zuschauern, sondern auch im Becken werden fortan die Probleme mit den FĂ€usten gelöst.
Die Situation lĂ€uft immer weiter aus dem Ruder und alles droht im Wie sich SchĂŒler freudestrahlend in Faschisten verwandeln, Rezension von Christoph Cadenbach im Spiegel
Quellen
Die Presseinfo von Constantin Film.